Unsere sogenannten Freunde

 

Wir sind mit einem Land verbündet, welches unsere Bürger und Unternehmen abhört, Atomwaffen bei uns bunkert, unseren Lebensmittelstandart mit Füßen tritt, feige Drohnenkriege führt,ganze Völker in die Steinzeit bombt, Flüchtlingswellen auslöst, sich uns gegenüber völlig respektlos verhält- und unsere Politiker beschließen TTIP, lassen uns die Kriegsfolgen tragen und rufen Rußland als schlimmsten Feind aus.

Die Arabische Republik Syrien ist ein uraltes, heiliges Land, das umgeben ist von Nationen, die Terroristen unterstützen und die darauf aus sind, Syrien zu vernichten. Diese Länder wiederum werden vom Nordatlantikpakt NATO unterstützt, der von den USA angeführt wird. Oberhaupt der säkularen Regierung Syriens ist der gewählte Präsident Baschar al-Assad. Assad ist fortschrittlich und zukunftsorientiert. Die Terroristen, die ins Land eingefallen sind und Teile Syriens besetzt halten, sind weder fortschrittlich noch zukunftsorientiert, und die meisten Syrer wären froh, wenn sie diese kriminellen Elemente wieder los wären. Viele Syrer kritisieren Assad dafür, weil er nicht gnadenlos gegen die Nato-Terroristen vorgeht. Er sei ein Mann mit zu weichem Herzen, sagen sie. Die meisten Syrer stehen hinter Präsident Assad, weil er für sie sorgt und sie beschützt. Das Gesundheitswesen und die Bildungseinrichtungen (inklusive der Hochschulen) können in Syrien kostenlos genutzt werden. Bevor der von außen geplante und umgesetzte Krieg gegen Syrien begann, zählte Syrien zu den weltweit sichersten Ländern für ausländische Besucher. Inzwischen hat der Westen Terroristen ins Land geschleust und Syrien mit gesetzeswidrigen Sanktionen überzogen.

Was unseren Blick auf den Syrien-Krieg trübt

„Statt die politische Macht zu kontrollieren, statt Unrecht, Lüge und Heuchelei aufzuzeigen, begleiten die Medien wie Kriegstrommler die neuen Beutezüge der westlichen Welt“, meint Karin Leukefeld.

Wir leben in einer gefährlichen Zeit. Anstatt die politische Macht und ihren Apparat zu kontrollieren, anstatt Unrecht, Heuchelei und Lüge aufzuzeigen und alle Seiten zu Wort kommen zu lassen, damit die Öffentlichkeit sich ein Bild machen und verstehen kann, begleiten Medien wie die Kriegstrommler und Trompeter früherer Heere die neuen Beutezüge der westlichen Welt.

Im Wettlauf mit den so genannten „sozialen Medien“ feuern herkömmliche Medien – nicht alle, aber zu viele – Konflikte an, anstatt sie zu hinterfragen. Mit einseitiger Berichterstattung, ungeprüften Behauptungen und dem Verschweigen bekannter Tatsachen drängen sie zum Handeln, anstatt Ereignisse und deren Hintergründe transparent zu machen. Quellen werden ausgelassen, historische Entwicklungen gar nicht, kurzfristig oder einseitig dargestellt. Medien kontrollieren nicht mehr die politische Macht, sie sind Teil dieses Machtapparats geworden.

Das Internet oder soziale Medien bieten da keine Lösung, sie sind vielmehr Teil des Problems.

Wenn Sie heute beispielsweise im Internet nach den jüngsten Entwicklungen im Mittleren Osten suchen, bietet sich an prominenter Stelle „Mena Watch“, ein nach eigenen Angaben unabhängiger Nahost-Think-Tank an. Vorläufer dieses per Impressum in Wien registrierten Internetportals war eine „Medienbeobachtungsstelle Nahost“, die laut Selbstdarstellung „zur Verbesserung der Qualität der Berichterstattung über den Nahen Osten im Allgemeinen und Israel im Besonderen“ beitragen wollte. Inzwischen werden Analysen und Dossiers angeboten, die – professionell aufgemacht – gutgläubige Internetrechercheure vermutlich gern aufgreifen.

Nur wer sich mit einer Region und einem Konflikt auskennt, erkennt eine mögliche Einseitigkeit solcher Internetportale. In Sachen „Mena-Watch“ ist es die Parteinahme für die israelische Regierungspolitik. Ein Blick auf die Liste der Autoren zeigt bekannte Namen, die in deutschen Foren wie „Honestly Concerned“, „Lizas Welt“ oder auf dem Blog von Hendryk Broder (Achgut.com) publizieren.

Diese Foren agieren wie digitale Wächter vor den Toren Israels, wer es wagt, die israelische Politik zu hinterfragen oder zu kritisieren, gilt als „Antisemit“, als Feind. Sie intervenieren bei Medien, Funk und Fernsehen und prangern deren Berichterstattung als „antisemitisch“ an, wenn Israel kritisiert wird. Beliebtes Ziel sind öffentliche Veranstaltungen mit Kritikern der israelischen Besatzungspolitik.

Prominentes Beispiel ist die „Nakba-Ausstellung“, eine Ausstellung über Flucht und Vertreibung der Palästinenser 1948 aus ihrer Heimat im Zuge der gewaltsamen Staatsgründung von Israel. Ein unverzichtbar wertvoller Blick in die Vergangenheit. Mehr als einmal haben diese Autoren über ihre Blogs Journalisten, Politiker, Wissenschaftler in Deutschland wegen angeblichen „Antisemitismus“ an den öffentlichen Pranger gestellt. Mit Erfolg, denn viele der Betroffenen verloren ihre Arbeit.

Selektive Wahrnehmung

Nur wenige Menschen haben und nehmen sich die Zeit, Nachrichten aus unterschiedlichen und gegensätzlichen Medien zu vergleichen. Noch weniger Leute vergleichen deutsche Nachrichten mit denen aus anderen Ländern oder mit dem, was Politiker tatsächlich sagen.

Nie zuvor wurde die Öffentlichkeit so überschüttet mit Nachrichten, ohne wirklich zu erfahren, was geschieht. Nachrichten lenken heute eher ab, als dass sie helfen, den Blick oder das Ohr auf das Wesentliche zu richten. Dinge, die in den Zeitungen nicht stehen, die im Radio nicht zu hören oder im Fernsehen nicht zu sehen sind, finden für die deutsche Öffentlichkeit nicht statt.

Direkte Kommunikation im Sinne von „Annäherung“, „Kennenlernen“, „Verstehen“ gibt es kaum noch. Jeder kann sich sein Universum erschaffen, seine Welt. Nur wenige diskutieren über das, was sie lesen und hören, tauschen Ideen, Fragen und Einschätzungen aus, um sich von einem Konflikt, einem Geschehen ein Bild machen zu können. Nicht um zu sagen: „So ist es“, sondern um zu wissen, welche Fragen gestellt werden müssen, um besser zu verstehen.

In der Unübersichtlichkeit der angebotenen Informationen ist es einfacher geworden, sich die Meldungen rauszusuchen, die einen ansprechen, die die eigene Denkweise bedienen, während andere Meldungen, andere Blickwinkel ignoriert oder gar als „Lügen“ diffamiert werden.

Als ich bei einem Vortrag einmal über die lokalen Waffenstillstände und über die Versöhnungskomitees berichtete, die es in Syrien gibt, sprang ein Mann auf und rief:

„Sie lügen. Sie haben sich das ausgedacht. Ich habe noch nie davon in den Medien gehört.“

Und ein Redakteur, der eine Reportage aus Damaskus bestellte ermahnte mich, nur ja die Namen meiner Gesprächspartner zu nennen. „Sonst denken die Leute, Du hast Dir das ausgedacht.“

Einmal hieß es – das war kurz vor der Irak-Invasion 2003:

„Wir werden darüber schreiben und das Ihrem Beitrag beifügen. Sie sind in Bagdad und haben ja keine Informationen.“