Die Vorentscheidung ist gefallen. Nur noch zwei Kandidaten sind bei den französischen Präsidentschaftswahlen im Rennen. Mit Emmanuel Macron soll ein ehemaliger Absolvent der französischen Elitehochschule ENA und Rothschild-Banker Europas Oligarchie retten. Vor allem aber erscheint es wie eine unterschwellige Symbolik des Offensichtlichen: Das System hat seinen Kandidaten bereits an die Macht gebracht. Das System, das heißt der Apparat aus Wirtschaft, Politik und Medien, der die Herrschaft der globalisierten Oligarchie durch seine Vertreter absichern will. Und diese verkörpert wie kein Zweiter der ehemalige Absolvent der französischen Elitehochschule ENA und Rothschild-Banker. Zunächst in der Form – man braucht nur auf seine wirklich beispiellos schnelle marketing- und medienwirksame Lancierung zu blicken. Und natürlich auch in der Sache, da seine Lieblingsthemen haargenau den Prioritäten der „globalisierten Eliten“ entsprechen. 

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[…] Bernard Arnault, 43 Milliarden Euro Vermögen
Der zehntreichste Mann der Welt, wie Pinault aus mittelständischen Verhältnissen zum Luxuszar mit LVMH (Louis Vuitton, Dior, Bulgari) aufgestiegen, gilt laut Presseberichten als Finanzier von Emmanuel Macron. Verbürgt ist eine familiäre Verbundenheit: Macrons Frau Brigitte war Französischlehrerin seiner Söhne Frédéric und Jean, sie lässt sich auf Rat seiner Tochter Delphine (die mit Macron-Fan Xavier Niel liiert ist) mit Louis Vuitton einkleiden. LVMH-Chef Renaud Dutreil begleitete Macron auch zum Start von „En Marche“. Für die Konservativen bedeutet Arnaults Abwendung einen herben Verlust.
Einst gehörte Bernard Arnault, der sich auch als Kunstmäzen mit eigenen Museen betätigt und das Wirtschaftsblatt „Les Echos“ verlegt, zu ihren Kreisen. Er war sogar Trauzeuge für Nicolas Sarkozys erste Ehe und Gast auf dessen Party zum Wahlsieg 2007. Später wurde Arnault zum Auslöser einer Debatte über Steuerflucht, als er 2012 die belgische Staatsbürgerschaft beantragte. Im Jahr darauf zog er das als „Geste meiner Verbundenheit zu Frankreich und meines Vertrauens in seine Zukunft“ zurück. Macron verspricht, auch Arnaults Steuern drastisch zu senken.
Quelle: Manager Magazin

Meister der Verdrängung
Wenn an der Börse die Sektkorken knallen, muss die Fortsetzung der bisherigen Politik gesichert sein. Das ist eigentlich ganz einfach zu verstehen. Dennoch glauben viele, mit Emmanuel Macron beginne nun so etwas wie eine andere, mutmaßlich sozialere Politik. Vor allem die deutschen Sozialdemokraten blamieren sich mit ihrer Lobhudelei auf einen Kandidaten, der im Grunde für einen strammen Neoliberalismus und damit für die Fortsetzung der bisherigen Politik steht.
Der Kanzlerkandidat der SPD, Martin Schulz, wird wie folgt zitiert:
Sollte Macron siegen, »dann könnten wir, er als Präsident in Frankreich und ich als Kanzler der Bundesrepublik Deutschland, auf der Grundlage einer nachhaltig gestärkten deutsch-französischen Kooperation, die Reform der Europäischen Union in Angriff nehmen«.
Es darf nicht nur laut gelacht werden, angesichts der sinkenden Umfragewerte für den Buchhändler der SPD. Man darf auch entsetzt darüber sein, wie gleichgültig und ignorant sich die Sozialdemokraten erneut gegenüber dem Abschneiden ihrer Brüder und Schwestern in einem europäischen Nachbarland geben. (…)
Dass es für die Sozialdemokraten noch tiefer gehen kann wenn sie sich vor dem Neoliberalismus verneigen, zeigt aber nicht nur die Präsidentschaftswahl in Frankreich, sondern auch die Parlamentswahl in den Niederlanden vor ein paar Wochen. Dort büßte das SPD-Pendant, die PvdA satte 19 Prozentpunkte ein und stürzte auf nahezu unbedeutende 5,7 Prozent ab. Die deutsche Sozialdemokratie jubelte aber auch damals, weil es ja gelang, einen zu großen Erfolg des Rechtsextremisten Geert Wilders zu verhindern. Die Sozialdemokraten bleiben damit Meister der Verdrängung und taub gegenüber dem Unbehagen der Menschen, die die Ergebnisse sozialdemokratischer Politik zunehmend skeptischer sehen.
Quelle: TauBlog